Mai 04, 2008

Österreich: Wir sind Fritzl!

Drei Jahre lang lebte ich in Österreich und muss sagen, auch wenn die Menschen aus Sicht eines Deutschen sehr eigenartig und sehr radikal in jeder Hinsicht sind, es ist ein schönes Land. Die Seen, die Berge, das Wohlstandsniveau und die geringen Arbeitslosenzahlen. Österreich ist ein schönes Land, und wem auch immer in den vergangenen Tagen Zweifel gekommen sein sollten, für den hat der Bundeskanzler persönlich eine Botschaft: „Es gibt keinen Fall Amstetten. Es gibt keinen Fall Österreich. Es gibt einen Einzelfall.“ So erklärte Alfred Gusenbauer das Inzestdrama der Familie Fritzl beim traditionellen Maiaufmarsch der Sozialdemokraten – und tausende Genossen klatschten erleichtert dazu.

So ist das in diesem schönen Land, und so war es eigentlich schon immer. Kriminalfälle sind in diesem Land ausnahmslos tragische Einzelfälle, Josef Fritzl ist genauso ein irrer Psychophat wie es der Kampusch-Entführer Wolfgang Priklopil war. Im Übrigen gibt es auch gar keinen Zusammenhang zwischen den beiden Fällen, darauf legt nicht nur der Kanzler, sondern auch der Präsident wert. Wie hatte Bundespräsident Heinz Fischer gleich zu Beginn der Woche erklärt? „Es ist sicher nichts Abgründig-Österreichisches an diesem Fall.“ Weil es das nämlich insgesamt gar nicht geben darf: etwas Abgrundtief-Österreichisches.

Mag sein, dass es die Intellektuellen anders sehen, mag sein, dass der große Psychiater Erwin Ringel tausende Seiten genau über diese Abgründe geschrieben und Sigmund Freud aus gutem Grund gerade in Österreich die Psychotherapie entwickelt hat. Doch eine Kollektivierung des Bösen ist an sich im Nachkriegs-Österreich tabu, und gerade in dieser Frage gibt es die wohl breitest mögliche Koalition der Interessen. Seit 1945 hat sie sich tief im österreichischen Wesen verankert. Jahrzehntelang hat sich das Land auf diese Weise prima vor der Einsicht in die Mitschuld am NS-Regime und dem Holocaust gedrückt und so auch die Tatsache vom Tisch gewischt, dass überproportional viele Österreicher in der SS und vor allem bei der Judenvernichtung beteiligt waren. Alle waren Einzeltäter, nichts hatte System. In Österreich hat es bis in die 80er Jahre gedauert, bis sich zum ersten Mal ein Bundeskanzler für die NS-Verbrechen seines Landes entschuldigt hat, und gerade in diesen Tagen, kurz nach dem 70sten Jahrestag des Anschlusses, gibt es noch immer viele, vor allem konservative Politiker, die Österreich als „erstes Opfer Hitler-Deutschlands“ bezeichnen.

Das hat Spuren hinterlassen, und das ist auch nun im Fall Amstetten zu erkennen. Wenn in Deutschland eine Frau ihre Kinder umbringt und im Garten vergräbt, dann laden die Deutschen sehr rasch ihre Kollektivschuld auf sich und rufen laut: Wir haben schon wieder als Nation etwas verbrochen. Der echte Österreicher hingegen hat gelernt, dass er tunlichst nicht über den Kellerrand hinausblicken soll. Und deswegen ruft er sofort: Bitte, ich als Staatsbürger kann nichts dafür. Und an sich stimmt das ja auch: Priklopil und Fritzl waren Einzeltäter, selbst eine aufgeklärte Öffentlichkeit hätte die grauenhaften Einzelschicksale der Opfer wohl nicht verhindern können.

Aber gerade dieser „Bitte wir waren es nicht“-Reflex hat System, und das ist wohl das tatsächlich typisch Österreichische an diesem Fall. Die Nation hat nachgerade panische Angst davor, als Gesellschaft Schuld zugewiesen zu bekommen. Dieser Reflex ist eigentlich verräterisch. Und genau das macht das Land ein bisschen weniger schön.

Mai 4, 2008 in Dies & Das | Permalink | Kommentare (4) | TrackBack (0)

Mai 03, 2008

Urban Legends

Urbane Legenden sind Ammenmärchen, Gerüchte, Großstadtmythen. - Davon gibt es tausende im Internet und jeder fällt irgendwann einmal auf solche Geschichten herein. Auch in Universitäten entstehen viele Legenden über Dozenten. Hier eine kleine Auswahl aus Österreich:

  • An der TU Wien soll es Professoren geben, die Frauen automatisch negativ beurteilen. Begründung: Frauen werden in technischen Berufen nicht gebraucht.

  • In einer Vorlesung am Juridikum Graz hat sich angeblich folgendes zugetragen. Der Professor zu einer Studentin: "Zeichnen Sie ein Quadrat, und in das Quadrat vier Kreise. So, das ist ein Herd und dort gehören Sie hin."

  • Leicht hatten es Frauen hingegen bei den Prüfungen eines mittlerweile emeritierten Professors der Organischen Chemie in Wien, denn er behandelte aus Überzeugung nur zwei Themen: Hormone und Waschmittel. Mit männlichen Kandidaten unterhielt er sich gern über Gummi.

  • Ein Grazer Jus-Professor begrüßte einen asiatischen Studenten, der zu spät in den Hörsaal kam, wie folgt: "Ich sehe, Sie hatten eine weite Anreise."

  • An den rechtswissenschaftlichen Fakultäten von Innsbruck und Graz wird erzählt, dass ein Professor während der Prüfung vor den Kandidaten aufgestanden sei und sich vor ihnen auf den Boden gelegt hätte. Kommentar: "Jetzt befinde ich mich auf Ihrem Niveau."

  • Professor: "Welche Farbe hat der Baum da draussen?" Student: "Weiß." (es war Winter)Professor: "Kommen Sie wieder, wenn er grün ist."

  • Rechtsprüfung an der Uni Innsbruck. Der Prüfer hat seinen Hund mitgebracht. Als es an die Benotung geht, schaut er den Hund an. "Na?" Der Hund bellt vier Mal. Zum Studenten: "Vier."

  • Nach der Prüfung an der Universität Wien erklärt der Professor der Studentin im knappen Minirock: "Meine Dame, wir sehen uns in sechs Wochen wieder. Sie haben mich zwar erregt, aber leider nicht befriedigt."
  • Der Professor begrüßt die Studenten in der ersten Vorlesung: "Meine Damen und Herren Kollegen, schauen Sie nach rechts und links. Die Kollegen, die sie da sehen, werden nächstes Jahr nicht mehr bei uns sein."

  • Ein Student geht zu einer mündlichen Prüfung, doch der Professor ist krank. Im Sekretariat wird er gefragt, ob er denn schon auf der Liste stehe. Student: "Welche Liste?" Sekretärin: "Die Dreier-Liste. Wenn sie eine bessere Note wollen, müssen Sie warten, bis der Professor wieder da ist."

Mai 3, 2008 in Trends | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)

Mai 01, 2008

Einfach zu unsexy

Pbcover Das Playboy-Heft 02/2008 mit Julia Biedermann auf dem Cover lag so schwer in den Regalen wie Mehlwürmer im Magen meldete der Kress-Mediendienst. Der Verlag hat am Kiosk davon nur 89.049 Exemplare abgesetzt. Das sind über 100.000 weniger als von der Vorausgabe und 9.000 weniger als die schlechteste Ausgabe des Vorjahres. Schlimmer noch: In der VDZ-Datenbank "PZ-Online“ lassen sich heftbezogene Auflagen bis 1995 feststellen. So schlecht wie die Ausgabe 2/2008 hat demnach nie ein "Playboy“-Heft abgeschnitten.
Nicht nur der Name der C-Promi-Dame schreckt die Männerwelt ab. Für diesen Typ Frau scheint es nur eine kleine Nischen-Zielgruppe zu geben. Ein kleiner Resonanztest vor der Veröffentlichung hätte wahrscheinlich ein deutliches Ergebnis zu Tage gebracht und dem Verlag vielleicht eine oder zwei Millionen Euro mehr eingebracht.

Mai 1, 2008 in Design | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)

April 07, 2008

Aus dem Leben einer Saftschubse

Immer nur lächeln, immer vergnügt - dabei könnte man in manchen Dienstleistungsberufen schier aus der Haut fahren. Hier lässt eine Flugbegleiterin richtig Dampf ab: Sandra, 26, erzählt von ihrem Job als "Saftschubse" zwischen Himmel und Hölle.
"Ich arbeite als Flugbegleiterin, und in diesem Job muss man immer ein Lächeln auf den Lippen haben. Freundlichkeit und Service haben hier höchste Priorität, also: Lächeln, Lächeln, Lächeln! Man muss sich aber nicht alles gefallen lassen. Zum Beispiel - was auch vorkommt -, wenn Kolleginnen einen Klaps auf den Hintern bekommen. Vor dem Start muss alles sehr zügig ablaufen, aber einige - meistens ältere Herren - ziehen dann erst mal ganz sachte und ohne Stress ihren Mantel aus, dann ihr Jackett, legen es fein säuberlich zusammen, und dahinter warten 130 Leute im Gang oder auch draußen im Regen.

Da platzt mir echt die Hutschnur. Ich ärgere mich, wahre aber noch eine gewisse Freundlichkeit. Meistens verziehe ich mich dann in die Bordküche und kotze mich erstmal bei den Kollegen über die Fluggäste aus, da kann ich das einmal komplett loswerden. [Mehr auf Spiegel Online]

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April 04, 2008

Virales Marketing mit Star Wars auf schwäbisch

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März 30, 2008

Hot & Spicy

Pringles

    Komm ins Beichthaus!

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März 29, 2008

Tumbleweeds, Schäubles Fingerabdruck & mehr

  • Linda Katz aus Kansas verkauft Tumbleweeds - jene Pflanzenbüschel, die in Cowboyfilmen durch die Prärie rollen. Sie beliefert Hollywood, Ralph Lauren und sogar die Nasa. Und beweist im Interview mit der Financial Times Deutschland einmal mehr, dass manchmal das Geld auch der Straße liegt. Tolle Idee, interessantes Interview... [mehr...]
  • Mit einer spektakulären Aktion protestiert der Chaos Computer Club (CCC) gegen die fortschreitende Verwertung biometrischer Daten. In der aktuellen Ausgabe der Clubzeitschrift Die Datenschleuder veröffentlichen die Hacker den Fingerabdruck von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble. dem Heft liegt auch eine fertige Fingerabdruck-Attrappe bei. Die dünne Folie kann auf die Fingerkuppe geklebt werden, um zum Beispiel Fingerabdruckscanner zu täuschen.
  • Blitzschnelle Downloads, schnellerer Programmstart, sicheres Surfen im Netz - zahllose Plug-ins erweitern den Firefox um nützliche Funktionen aller Art und machen ihn so zum umfangreichsten Browser der Welt. Das Computermagazin stellt die nützlichsten Plug-ins vor. [mehr...]

 

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März 28, 2008

MacBook Air durchleuchtet

Wie das MacBook Air aussieht, weiß mittlerweile wirklich jeder - außer den Sicherheitsbeamten an amerikanischen Flughäfen. Deswegen werden an die 45.000 Mitarbeitern der Sicherheitsbehörde TSA nun Fotos des Geräts verteilt. Die TSA - Transportation Security Administration ist für die Sicherheit auf Highways, in Bahnen und auf Flughäfen zuständig. Ein Flughafenangestellter erkannte dort das MacBook Air nicht als Notebook, und witterte bereits Terrorabsichten oder Drogenschmuggel.

Damit so etwas nicht noch einmal passiert, ist nun im TSA-Blog ein Video zu sehen, in dem ein Sicherheitsbeamter das MacBook Air zeigt. Die Erkenntnis: Es handelt sich um ein Notebook, das nur, vor allem wegen der verbauten Solid State Disc etwas anders aufgebaut sei als Standard-Geräte.



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März 24, 2008

Flickr Backup

Leider merkt man immer erst zu spät, dass man einige Daten hätte besser regelmäßig sichern sollen. So geschehen vor einigen Wochen als mein Laptop von einem Tag auf den anderen plötzlich seinen Geist aufgab. Diagnose: Festplatte kaputt. - Nix mehr zu retten. Daraus habe ich gelernt und sichere nun fleißig all meine Daten. Aber nicht nur die Daten, die auf meinem PC sind, auch die Daten die Online stehen können einfach so verschwinden. Vielen Flickr-Nutzern ergeht es täglich so. Dann nämlich, wenn der Account aus irgendeinem Grund gesperrt wird oder aus versehen mal ein ganzes Bilder-Set gelöscht wird. Flickr bietet ja leider nur eine Upload-Software an. Wer seine Bilder downloaden will musste bisher jedes einzelne Bild herunterladen. Doch es gibt eine clevere Open-Source-Software namens FlickrBackup, die diese Arbeit übernimmt.

FlickrBackup is an Open Source project that is hosted on SourceForge.net. Feel free to check out the project page.

März 24, 2008 in Software | Permalink | Kommentare (1) | TrackBack (0)

März 06, 2008

Arno Blender Mix

arnobl1

arnobl2

“Arno Blender. Mixes everything perfectly.”

Gold in Outdoor category at Cannes Lions 2007
Agency: Publicis, Sao Paulo, Brazil
Executive Creative Director: Rodolfo Sampaio
Creative Director: Guilherme Jahara, Rodolfo Sampaio
Copywriter: Adriano Matos, Rodolfo Sampaio, Antonio Nogueira (Mega)
Art Director: Guilherme Jahara
Photographer: Guto Nobrega
Producers: Mario Machado, Marcos Tsuda
Account Supervisor: Raul Costa
Advertiser’s Supervisors: Mara Lacerda, Eliana Leonhardt

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März 05, 2008

Skoda Board of Directors

Skoda Clown

Subline under the Clown-Picture: "The guy who prices our cars."

Agency: DDB, Stockholm, Sweden
Creative Director: Andreas Dahlqvist
Art Director: Lennart Claesson
Copywriter: Martin Lundgren
Photographer: Magnus Klackenstam

März 5, 2008 in Kreationen | Permalink | Kommentare (2) | TrackBack (0)

März 04, 2008

Tulipan Condoms: Fun now, kids later.

Tulipan Condoms Volley
Tulipan Condoms Lake
Tulipan Condoms Football

Agency: Young & Rubicam, Buenos Aires, Argentina
Executive Creative Director: Guillermo Vega
Creative Director: Demian Veleda (Head of Art)
Copywriter: Diego Gueler
Art Director: Maximiliano Borrego
Illustrator: Daniel Romanos

März 4, 2008 in Kampagnen | Permalink | Kommentare (1) | TrackBack (0)