Seit 1. Januar 2009 ist der Glücksspielstaatsvertrag, der die Vermittlung staatlicher Lotterien über das Internet verbietet, endgültig in Kraft getreten. Die meisten Online-Kunden nehmen die großen Veränderungen, die im Hintergrund stattfinden, kaum wahr.
Für 2,4 Mio. deutsche Kunden des größten privaten
Online-Lotto-Vermittlers Tipp24 änderte sich nach in Kraft treten des
Glücksspielstaatsvertrages scheinbar wenig: Statt unter .de sind die
Angebote nur noch über die Domain-Endung .com erreichbar. Lottospieler
müssen nun per Mausklick bestätigen, dass sie sich außerhalb
Deutschlands aufhalten. Technisch wird der Aufenthaltsort allerdings
nicht überprüft, so dass das Spiel für jeden Kunden aus Deutschland
weiterhin möglich ist.
Wetten auf das deutsche Lotto
Fast
unbemerkbar für die Tipp24-Kunden findet allerdings eine recht große
Veränderung statt. Der Hamburger Lottovermittler Tipp24 zieht sich als
Konsequenz aus den neuen Gesetzesvorschriften weitgehend aus
Deutschland zurück und bündelt sein Geschäft in Großbritannien, wo das
Partnerunternehmen MyLotto24 Ltd. in Besitz einer Wettlizenz ist.
Der
Lottoschein und der Einsatz jedes Kunden wird nun nicht mehr bei den
deutschen Landeslotterien abgegeben, sondern direkt in England an die
MyLotto24 Ltd. vermittelt. Tipp24 richtet sich dennoch nach den
offiziellen Gewinnquoten des deutschen Lottoblocks und zahlt diese
selbst aus. Tippen mehr als ein Tipp24-Teilnehmer die Zahlen der ersten
Gewinnklasse (Jackpot) richtig, so wird die offiziell veröffentlichte
Gewinnsumme dementsprechend geteilt.
Geschickter Schachzug
Tipp24
hat bislang ca. 10% Rohertrag durch das Lottospiel erzielt. Durch den
Umzug nach England sollte sich dieser drastisch erhöhen, da beim Lotto
nur 50% der eingesetzten Gelder als Gewinn ausgeschüttet werden.
Langfristig kann sich das Unternehmen also über den fünffachen Ertrag
freuen. – Muss gleichzeitig aber auch Angst vor den Jackpotgewinnern
haben, denn schließlich muss dann alles aus eigener Tasche bezahlt
werden.